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Presse

20.11.2011

Kleistplatz: Leuchtturm der sozialen Stadt


KITZINGEN. Platz in der Siedlung wird zum Mehrgenerationenspielplatz


Gelungen: Von allen Seiten gelobt wurde der zum Mehrgenerationenspielplatz umgebaute Kleistplatz in der Kitzinger Siedlung. Foto: RALF WEISKOPF

Schön ist er geworden, der Kleistplatz in der Kitzinger Siedlung. Aus einer mehr oder weniger lieblos gestalteten Grünfläche wurde innerhalb weniger Monate ein Vorzeigeprojekt. Zwei Kletterwände und ein großer Bolzplatz mit zwei Toren laden zum Toben und Spielen ein.

Für Kleinkinder gibt es eine abgetrennte Spielfläche mit Rutsche, Schaukelwippe und Sandkasten. Spielgeräte an denen Kinder genau so ihre Freude haben, wie ältere Menschen, fordern Omas und Enkel zum gemeinsamen Fitnesstraining heraus. Über das Gelände verteilt stehen Sitzskulpturen. Zentrum des Platzes ist ein Pavillon mit Bänken und davor ein Wasserspiel namens „tanzende Wasser“.

 

Umbau für 410 000 Euro

Am Samstag wurde der Mehrgenerationenplatz, der als ein Leuchtturmprojekt des Bund-Länder-Förderprogramms soziale Stadt gilt, offiziell seiner Bestimmung übergeben. Rund 80 Bürger, Mitglieder des Arbeitskreises soziale Stadt, Stadträte, Mitarbeiter des Bauamtes, die amtierende Siedlerkönigin Melanie Bohn und ihre Vorgängerin Theresa Kieser, Vertreter der Kirchen, Oberbürgermeister Siegfried Müller, der stellvertretende Landrat Paul Streng und Bernhard Wägelein für die Regierung von Unterfranken waren bei nasskaltem Wetter und zunächst dichtem Nebel zur Einweihung gekommen.

Der Nebel verzog sich schnell und die Sonne strahlte mit den Kindern um die Wette, die ihren Platz in Beschlag nahmen. Für die Verpflegung der Eröffnungsgäste sorgten die Siedler-Knörz.

Dass der Kleistplatz so geworden ist, sei den Siedlern zu verdanken, die sich in Arbeitskreisen, zusammen mit dem Planungsbüro Müller-Maatsch, Gedanken darüber gemacht hatten, wie ein solcher Platz aussehen könnte, erklärte OB Müller. Die Ideen hätten den Stadtrat überzeugt und dieser habe dem Umbau zugestimmt. Rund 410 000 Euro hat die Umgestaltung gekostet, rund die Hälfte steuerte die Regierung von Unterfranken aus dem Fördertopf der Programms soziale Stadt bei.

„Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, sagte Müller. Der Platz sei zu einem Leuchturmprojekt des Stadtumbaus geworden. Müller dankte den Siedlern und allen Beteiligten, die dazu beigetragen hatten, dass dieser Treffpunkt für alle Generationen entstehen konnte. Den Nachbarn dankte Müller für ihre Geduld während der Bauarbeiten. Gleichzeitig bat er sie darum, ein Auge auf den Platz zu haben, damit er so schön bleibt wie er jetzt ist. Mit dem Platz sei man dem Ziel, die Attraktivität der Siedlung zu steigern, ein Stück nähergekommen, so Müller.

 

Gut angelegtes Geld

Mit der Umgestaltung des Kleistplatzes sei die erste große Baumaßnahme beim Förderprogramm soziale Stadt umgesetzt, sagte Bernhard Wägelein. Dies sei der erste Schritt in einen nachhaltigen Veränderungsprozess. Das Ziel sei, sei auf die gesellschaftlichen Veränderungen zu reagieren und das Wohnumfeld der Bürger, vor allem im ländlichen Raum attraktiv zu gestalten. „Das Geld ist gut angelegt“, meinte der Regierungsvertreter. Die Stadt Kitzingen habe ihre Chance erkannt und genutzt und einen Impuls für die weitere Entwicklung gegeben. Das Kernstück der Projekte sei allerdings die Mitwirkung der Bürger.

Wägelein bedauerte, dass die Mittel für das Förderprogramm von der Bundesregierung um 70 Prozent gekürzt worden seien. Für das Planungsbüro Müller-Maatsch erinnerte Claudia Balling an das Entstehen des Mehrgenerationenplatzes von der Planung bis zur Fertigstellung.

Stadträtin Andrea Schmidt, die Referentin für das Projekt soziale Stadt sagte: „Es freut mich, dass der Platz wieder mit Leben erfüllt ist. Das Kinderlachen während der Bauzeit habe ich vermisst.“ Die Investition habe sich gelohnt. Zwar wolle sie heute keine Kritik üben, aber der Stadtrat müsse als nächstes das Thema Bürger- und Jugendzentrum angehen, so Schmidt. Gottes Segen für den Platz und seine Nutzer erbaten gemeinsam Pfarrvikar Stefan Eisert und Pfarrerin Ruth Schminke.

Quelle: 20.11.2011, Mainpost, von Ralf Weiskopf